Bloch Archiv 2017 - Gastbeitrag von Andrea Obele
Die schönsten Ausflugsziele für Zwei- und Vierbeiner
Darf es heute einmal etwas mehr sein als die Gassi-Runde ums Haus? Dann kommt mit! Andrea Obele zeigt uns die besten Wanderungen mit Ihrem Vierbeiner quer durch die Alpenwelt Karwendel. Weitläufige Wiesen, breite Wege, Seen und Almen – verbunden mit stimmungsvollen Panoramen. Diese Vorschläge sind bei jedem Wetter ein Erlebnis für Sie und Ihren Hund:
Baden, wandern und Natur-Kultur rund um Mittenwald
Ein spontaner Kurzurlaub mit Mutter und Hund im Campingbus lockte uns im Sommer weg von Zuhause – nur das Ziel fehlte noch. Über Tipps aus dem Internet kamen wir auf die Gegend um Mittenwald und Krün. Von uns daheim nicht weit zu fahren, und offenbar mit Hund ideal. Auch, weil es genügend Seen zu entdecken gibt. So landeten wir am Campingplatz Tennsee, der für Hundebesitzer nicht nur mit einer eigenen Hundedusche, sondern auch mit schönen Gassiwegen rund um den Campingplatz punktet. Aber wir wollten auch wandern, so zog es uns am ersten Tag auf den Kranzberg .
„Miaaauuuuuuu“ – mit diesem ungewöhnlichen Hupton begrüsste uns der Wanderbus an der Bushaltestelle direkt am Campingplatz. So herzlich und nett die Begrüßung war, so wenig erfreulich war die gut gemeinte Auskunft des Busfahrers, dass der von uns geplante Wanderweg leider momentan gesperrt war. Der nette Busfahrer beriet uns kurz und wir planten unsere Tour um: Los ging es jetzt nicht wie geplant über die Römerstraße in Klais , sondern an der Bushaltestelle in der Nähe des Wanderparkplatzes Luttensee.

Holzhütten in den Buckelwiesen sind auf der Wanderung genauso Blickfang wie die umliegenden Berge, die sich, je höher wir stiegen, in unser Blickfeld schoben. Wir liefen eine knappe Stunde bergauf und bergab, teils jetzt auf befestigten, schmalen Forstwegen, bis wir den Wildensee und das dazugehörige Gasthaus erreichten. Still lag die Landschaft da, der Himmel bewölkt und wir waren die einzigen, die dieses Kleinod besichtigen wollten. Nach einer idyllischen Pause mit dem Karwendel im Spiegel des Sees ging es wieder zurück bis zum Abzweig Richtung Kranzberg-Gipfel. Wir querten auf einem schmalen Pfad die buckeligen Wiesen. Hier waren im Gegensatz zum Weg vorher auch mehr Wanderer unterwegs, die meisten haben das Ziel, die Kranzbergaussicht, im Auge. Die zahlreichen Holzliegen, die hier aufgestellt wurden, waren alle besetzt, denn auch Mountainbiker finden den Weg herauf. 360 Grad Rundumsicht erfreuen das Wandererherz.

Da sich das Wetter trotz schlimmster Vorhersagen verbessert hatte, beschlossen wir, unsere Kranzbergrunde noch auf den Ferchen- und Lautersee auszuweiten. Die Umgebung ist sehr abwechslungsreich: Wald wechselt sich mit den Buckelwiesen ab, unter schattigen Laubdächern führt der Weg teils steil und in Serpentinen den großen Seen entgegen. Schließlich gelangten wir wieder auf eine Straße und der idyllische Ferchensee war erreicht.
Wir ließen das gemütliche Gasthaus mit einladendem Biergarten links liegen und wanderten auf die gegenüberliegende Seite des Sees. Ganz klar liegt der Ferchensee da, spiegelt die umliegenden Berge und lädt mit sandig-weichem Ufer dazu ein, ein Bad zu nehmen. Entlang des Sees führt der Wanderweg eben dahin und dann rechts wieder in den Wald hinein Richtung Lautersee. Dort kehrten wir gleich beim ersten Gasthaus ein, bewunderten den grandiosen Blick aufs Karwendel: was für ein toller Bergsee, es war eigentlich schon fast kitschig, ein knallrotes Tretboot mitten auf dem blauen See vor der steilen Bergwand zu sehen. Der Wanderbus brachte uns schließlich von hier nach Mittenwald und mit dem Anschlussbus zum Campingplatz zurück.
Die Wetteraussichten am nächsten Tag versprachen nicht unbedingt einen Badetag, Nach der Erfahrung vom Vortag packten wir trotzdem die Badesachen mit in den kleinen Rucksack, als wir bei Nieselregen und bewölktem Wetter auf die Zwei-Seen-Wanderung aufbrachen. Der Wanderweg zum Barmsee ist gut angeschrieben. Es ist ein gut befestigter Wanderweg, auf dem wir nach kurzer Zeit am Grubsee landeten. Der Naturbadesee bietet ein kostenpflichtiges Strandbad, bei dem Vierbeiner allerdings nicht ins Wasser dürfen. Wir warfen also nur einen kurzen Blick auf den tiefen Moorsee und wanderten weiter ein kleines Stück bergauf Richtung Barmsee.

Links und rechts stehen Waldbeeren-Sträucher am Wegesrand. Es geht kurz bergab und wir blickten auf den großen, still da liegenden Barmsee. Links stand ein Moorgebiet in voller Sommerblüte, Blumen und Kräuter wechselten sich mit kurzen Schilfflächen ab. Schließlich gelangten wir an eine Wiese, die als einfaches Strandbad ausgewiesen ist. Nun kam sogar die Sonne heraus und strafte den Wetterbericht abermals Lügen. Wir wechselten die Wanderklamotten mit den Badesachen und genossen drei Stunden an dem ruhigen See mit sehr weichem Wasser. Ganz allmählich packten wir zusammen und wanderten am See entlang weiter, sahen in der Ferne Kühe grasen und bogen rechts über eine Brücke ab, um am Kranzbach entlang Richtung Tennsee zurück zu wandern. Bunte Kräuterwiesen brachten Farbkleckse in das nun wieder graue Tageslicht, wir trafen kaum andere Menschen und genossen die Ruhe. Wirklich eine kleine, feine Runde, die wir auch zum Baden mit Hund mehrfach wieder gehen würden und die auch mit dem Rad gut zu bewältigen ist.
Petrus meinte es dann an unserem letzten Tag Urlaubstag am Campingplatz Tennsee wahrlich nicht gut: Es schüttete wie aus Kübeln. Zeit, sich gemütlich ins Bett zu kuscheln und dem Klopfen der Regentropfen auf dem Dach des Campingbusses zu lauschen. Am frühen Nachmittag, ein Ende des Regens war nicht abzusehen, war es aber an der Zeit, mit Ari eine große Runde Gassi zu gehen. Spontan überlegten wir uns, ein Teilstück der sogenannten Buckelwiesenwanderung zu unternehmen, das in den Nähe des Campingplatzes vorbei und von Krün nach Mittenwald führt.

Wir waren trotz des Dauerregens überrascht von der tollen Atmosphäre, die wir hier oben geboten bekamen: In schnellem Wechsel öffnet sich die Nebel- und Wolkenschwaden über den Berggipfeln, die großen Tannen zogen eine harte Silhouette vor den sattgrünen Gräsern und Kräutern der Buckelwiesen … Kaum zu glauben, dass es hier früher einen dichten Wald gab. Zwischen den Bäumen kam es aber im Laufe der Jahrhunderte durch die Auflösung und Absenkung des kalkhaltigen Bodens zur Entstehung der ungewöhnlichen Buckelwiesen – die übrigens 2008 in die Liste der schönsten Biotope Bayerns aufgenommen wurden. Nach vielen Fotostopps bogen wir etwa auf Höhe der Goasalm rechts ab und liefen wieder zurück zum Campingplatz.

Lust auf mehr?
Alle Gastgeber in der Alpenwelt Karwendel, bei den Urlaub mit Haustieren möglich ist, finden Sie hier im Überblick.
In Andrea Obele´s Portal mein-wanderhund.de finden Sie weiteres rund ums Thema „Wandern mit Hund“.







