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Luftige Erlebnisse auf dem Klettersteig am Karwendel, © Alpenwelt Karwendel | Wolfgang Ehn

Tipps vom Bergwacht-Chef

Die Mittenwalder Bergwacht vertagte ihr 100-Jahr-Jubiläum wegen der Pandemie auf 2021. Die Corona-Regelungen erschweren auch die Arbeit der Retter. Bergwacht-Leiter Pfeffer appelliert deshalb an Bergsportler, diesen Sommer besonders vorsichtig zu sein.

Auch Rettungsteams müssen strenge Corona-Regelungen beachten. „Wir gehen anders an die Einsätze heran“, so Heinz Pfeffer (52), der die Mittenwalder Bergwacht seit fast 20 Jahren leitet. „Zum Beispiel erkundigen wir uns davor nach Vorerkrankungen oder müssen Fieber messen.“ Zudem tragen die Retter im Einsatz FFP2-Maske (bei Heli-Einsätzen noch ein Buff drüber), Schutzbrille, Aids-Handschuhe und oft auch Schutzkittel. Bei Einsätzen im Helikopter ist das eine besondere Herausforderung. Doch die Vorsicht tut Not, denn stecken Rettungskräfte sich an, kann das eine Kettenreaktion erzeugen und die 90-Mann-starke Bereitschaft durch Quarantäne-Maßnahmen in Personalnot bringen. Diesen Sommer gelten die Sicherheitsempfehlungen der Bergwacht daher in besonderem Maße. Immer wieder begegne Pfeffer etwa Wanderern mit alten Bergschuhen, deren Sohlen abgehen. Das könne tödlich enden. „Im Hochgebirge liegen auch im Sommer oft noch große Schneefelder. Selbst mit gutem Schuhwerk rutscht man da schnell weg. Viele können das schwer einschätzen. Im Zweifelsfall: lieber umdrehen!“, empfiehlt der erfahrene Bergwachtler.

Bei der Tourenplanung sei es das A und O, rechtzeitig loszugehen und Reserven einzuplanen. „Erst mittags für eine Tour zu starten, die sechs bis acht Stunden dauert, ist gefährlich.“ Für alle Fälle sollte man immer eine Stirnlampe dabeihaben. „Die kann lebensrettend sein, man kann im Ernstfall damit sogar ein Notsignal senden.“

Auch den Wetterbericht zu beachten, sei ein Muss. Gerade wenn ab Mittag schon Wärmegewitter vorhergesagt seien, heißt es eventuell umdisponieren. Wer dennoch in ein Gewitter gerät, sollte sich von Graten und Stahlseilen möglichst fernhalten, Wasserläufe meiden und keine Gruppen bilden. „Am besten man setzt sich kauernd auf einen Rucksack, der bildet eine isolierende Schicht.“, meint Pfeffer.

Beim Mittenwalder Klettersteig, der als leicht bis mittelschwer gilt, rät die Bergwacht zu Helm und Klettersteigset. „Klettersteige sind in Mode, werden aber gerne unterschätzt“, so Pfeffer. „Selbst wenn Du selbst geschickt bist, kann Dich ein Stein treffen, den ein anderer lostritt.“ Gerade im Frühsommer sei Steinschlag häufig. Sollte sich Gestein lösen, gilt es, sich möglichst nah an die Felswand zu drücken.

Standard im Rucksack sollten laut Pfeffer ein Erste-Hilfe-Paket und ein – vollgeladenes! – Handy sein, und in Corona-Zeiten auch ein Mundschutz plus Handschuhe. Denn wer selbst Erste Hilfe leistet, wisse ja nicht, welche Vorerkrankungen der Gerettete hat. Im Notfall heißt es dann: 112 rufen.

Kontakt: Alpenwelt Karwendel Mittenwald Krün Wallgau Tourismus GmbH,
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