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Mittenwald an der Isar um 1900, © Alpenwelt Karwendel | Franz-Paul Reindl

Flößerei im Isartal

Flosserei

Vom 13. bis zum 19. Jahrhundert beförderten Flöße auf der Isar etwa 285 Kilometer lang vielerlei Waren, die auf der alten Römerstraße „Via Claudia Augusta“ herangeführt wurden. Die Güter und einheimische Erzeugnisse, wie Marmorsteine, Holz, Kreide aus Kaltenbrunn, Holzkohle, gebrannter Kalk, Wein, Südfrüchte, Schmuggelware, Salz und Geigen sind von Mittenwald, Krün und Wallgau nach München oder sogar weiter bis nach Wien und ans Schwarze Meer transportiert worden.
Die hohe Nachfrage an Holz flussabwärts bescherte den Isartalern einen neuen Handelszweig. Die nahe an den Orten vorbeifließende Isar war die günstigste Vo­raussetzung für die Flößerei, ein einfaches und billiges Transportunternehmen, das zum größten in Bayern wurde. Die unmittelbar an den Fluss grenzenden Berge boten reichliche Holzvorräte. Alte Aufnahmen beweisen, wie die Nordhänge des Soierngebirges von Kahlschlägen betroffen waren.

Das Ende

Der gefährliche Beruf des Flößers ließ so man­chen Isartaler auf der Strecke verunglücken. Zwischen 1918 und 1924 kündigte sich das Ende der Flö­ßerei an. Es entstand das Walchenseekraftwerk und die Eisenbahn erschloss das obere Isartal. Mit dem Bau des Wasserkraftwerkes fuhr 1922 das letzte Floß nach Mün­chen. Der Isar wurde bei Krün das Wasser entzogen und in einem Kanal dem Walchensee zugeführt. Das Flussbett der Isar, des einst so stolzen und lebendigen Flusses, leidete sehr am Wassermangel. Neben den Bauern, Naturschützern und den Interessenten des Fremdenverkehrs wehrten sich besonders heftig die Flößer des oberen Isartals gegen diese Baumaßnahme. Es ging schließlich um ihre Lebensexistenz! Doch aller Protest war vergebens. Damit war das Ende für einen der bedeutendsten Erwerbs­zweige von Mittenwald, Krün und Wallgau gekommen. Für die Erhaltung der schützenswerten Flusslandschaft wird eine reduzierte Wassermende im ursprünglichen Flussbett belassen.

Zur Erinnerung an die Zunft der Flößerei wird im Wallgauer und Krüner Wappen ein Flößerhaken dargestellt. Am Fritz-Prölß-Platz in Mittenwald wurde am Marktbach ein Floß und eine Gedenkstatue installiert. Des Weiten erinnern viele Lüflmalereien, wie z.B. das Bild am Rathaus an die damalige Zeit.