Maschkera stampfen den Frühling wach

Ab Dreikönig bis Faschingdienstag - der fällt 2018 auf den 13. Februar - treiben die „Maschkera“ mit Holzmasken ihr Unwesen im Werdenfelser Land . Mittenwald gilt als „Fasnachts“-Hochburg. Laut Tradition sind die Gesellen raunzend und musizierend in Gassen und Wirtshäusern unterwegs und sollten vor allem eines nicht: erkannt werden.

Mittenwald/Krün/Wallgau - Wehe, ein "Maschkera" setzt seine Holzlarve außerhalb der "Fasenacht" auf, dann wächst sie ihm ins Gesicht, so der alte Volksglaube. Die Alpenwelt Karwendel und speziell Mittenwald in Oberbayern gilt als Hochburg dieser traditionellen Faschingsfiguren. Ab Dreikönig bis zum Faschingdienstag - diesmal am 13. Februar 2018 - holen sie ihre handgeschnitzten Larven hervor und schlüpfen in bunte Kleider. Die „Maschkera“ halten Bräuche und Volksglaube aus heidnischer Zeit hoch. Mit verstellter Stimme ziehen sie musizierend durch die Gassen, um die Dämonen der dunklen Jahreszeit zu vertreiben, die Natur aus dem Winterschlaf zu wecken und den einen oder anderen zu ärgern. Dabei unerkannt zu bleiben ist höchstes Gebot. Höhepunkt des farbenfrohen Treibens ist der 8. Februar 2018, der „Unsinnige Donnerstag“. Pünktlich um zwölf Uhr mittags wecken die Schellenrührer in der Mittenwalder Fußgängerzone sowie in den beiden Alpenwelt-Orten Krün und Wallgau den Frühling – wie bereits seit rund 500 Jahren. Mit kurzen Lederhosen, umgeschnallten schweren Glocken, grünen Hüten und kunstvoll gefertigten Holzlarven hüpfen die Schellenrührer in einer langen Reihe und im gleichen Rhythmus durch die Straßen. Gleichfalls zu bewundern sind in Mittenwald dabei viele andere überlieferte Figuren und Gruppen, wie Pfannenzieher, Bärentreiber, Hexen und Jacklschutzer. Sie alle tragen kunstvolle Holzmasken, die heute noch von Geigenbauern und anderen geschnitzt und wie die Kostüme über Generationen weitergegeben werden. Jeden Montag, Dienstag und Donnerstag treffen sich Jugend und Maschkera zur „Gungl“ in einigen Wirtshäusern des Geigenbauortes. Dort stampfen die Maschkera beim Betreten der Wirtsstube, dann wird ausgelassen musiziert und getanzt.

Hintergrund: Die Wurzeln der Maschkera-Tradition stammen aus vorchristlicher Zeit. Das Ende der Raunächte am Dreikönigstag war früher der Wendepunkt, ab dem die Natur erwachen und allmählich wieder wachsen soll. Frühlingsfreude vertrieb die Schwermut, mehr Sonne die Dunkelheit des Winters. Der Heidenspaß dauert bis Aschermittwoch.

www.alpenwelt-karwendel.de

Ein Interview mit Maschkera-Kenner Georg Neuner lesen Sie hier, in der Erlebniswelt, dem Blog der Alpenwelt Karwendel.

Der Fastnachtsraum im Werdenfels Museum zeigt unter anderem verschiedene wertvolle Masken. Er führt durch die Faschingstraditionen im Werdenfelser Land.

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Schellenrührer II, © Roland Jung Schellenrührer II
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Maschkera mit handgeschnitzer Holzmaske beim Fasching in Mittenwald in Oberbayern, © Roland Jung Maschkera
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Jacklschutzer beim Fasching in Mittenwald, © Roland Jung Jacklschutzer
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Faschingstreiben in der Alpenwelt Karwendel, © Roland Jung Gröllratscher I
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