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Maschkeratreiben in der Alpenwelt Karwendel, © Alpenwelt Karwendel | Wera Tuma

Maschkera – Die Faszination der Holzmasken

Von Dreikönig bis Faschingsdienstag ziehen Maschkera durch die Orte im Süden Bayerns. Besonders viele und schöne dieser Figuren mit Holzmasken sieht man in Mittenwald. Dort ist die Faszination der geschnitzten „Larven“ 2020 in einer Sonderausstellung zu erleben.

Mittenwald / Alpenwelt Karwendel – Seit Jahrhunderten „geht man Maschkera“ in der Alpenwelt Karwendel. Männer mit Holzlarven (Masken), altem Gewand und Musik­instrumenten ziehen während der „Fosnocht“ (Faschingszeit) durch Gassen und Wirtshäuser. Höhepunkt ist stets der „Unsinnige“ Donnerstag vor dem Faschingswochenende, diesmal der 20. Februar 2020.

Wichtigstes Accessoire eines Maschkera ist die Larv‘ – wie man im Werdenfelser Land die Holzmaske nennt. Besonders viele und schöne Masken stammen aus dem Geigenbauort Mittenwald. Von ihnen und ihren Schnitzern erzählt deshalb die Sonderausstellung „Die Mittenwalder Fasnacht und ihre Larven“, die noch bis 8. November 2020 im Geigenbaumuseum Mittenwald zu sehen ist. Museumsleiterin Dr. Constanze Werner und Buchautor Dirk Eckert haben dazu an die 60 Masken bei Familien aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zusammengetragen, „so viele wie nie zuvor auf einen Schlag“, schätzt die Historikerin. Sie bilden die verschiedensten Typen der Mittenwalder Larven ab und stammen aus dem 16. bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Wir zeigen sie ganz bewusst losgelöst von der Maschkera-Figur, also ohne Musik, Bewegung, Kleidung. So wirken sie wie echte abgelegte Gesichter“, betont Werner und verweist auf typisch Mittenwalder Charakteristika: Viele Larven wurden von Geigenbauern geschnitzt und gefasst. Und weil die Geige ein sehr ausgewogenes Instrument sei, wirkten diese Geigenbauerlarven sehr symmetrisch. „Außerdem sind die Mittenwalder Masken ein bisschen kleiner als die anderer deutscher oder österreichischer Regionen. Dadurch wirken ihre Träger wuchtiger und furchteinflößender“, erzählt Constanze Werner. Oft wählte man eine Larv‘ passend zur Persönlichkeit, die man als Maschkera sein wollte. Wie die „Raff“, eine Larve, die viele geflickte Stellen hat. Die setzte man wohl auf, wenn man auf eine Rauferei aus war.

Heute noch ist die Maschkera-Tradition quicklebendig. Und heute noch braucht es dazu mehr als eine schöne Larve: „A guata Maschkera ist nicht mehr er selber, sondern lebt seine Rolle. So kannst mal über die Stränge schlagen, umanand blödeln“, meint Holzbildhauer und Kunststudent Ostler, der selbst schon an die 20 Larven geschnitzt hat. Er geht gerne Maschkera, meist spontan an den Maschkera-Tagen Montag, Dienstag oder „Pfinztag“ (Donnerstag). Dann schlüpfen er und seine Freunde in altes Gewand, ziehen ein Kopftuch über Haare und Ohren, setzen ihre Larve auf und ziehen los. Dabei unerkannt zu bleiben, ist ein Muss.

Schnapszahl zum Höhepunkt des Maschkera-Treibens

Der „Unsinnige Donnerstag“ fällt diesmal auf den 20. Februar 2020. Pünktlich zum Zwölf-Uhr-Läuten der Kirchenglocken werden die bekanntesten Maschkera, die „Schellenrührer“, durch Mittenwald, Krün und Wallgau ziehen. In kurzen Lederhosen, weißen Hemden, mit umgeschnallten schweren Ochsenglocken, grünen Hüten und hinter Holzlarven hüpfen dann jeweils 12 Männer - für die 12 Monate des Jahres - in einer Reihe rhythmisch durch die Alpenwelt-Orte, um den Winter zu vertreiben. In Mittenwald gestalten viele weitere traditionsreiche Figuren und Gruppen, wie

Pfannenzieher, Bärentreiber, Hexen und Jacklschutzer und das „Mühlradl“ den Fasnachts-Umzug. Während der Faschingszeit kehren Maschkera immer wieder zur „Gungl“ in einige Mittenwalder Gasthäuser ein, um zu musizieren und die Mädchen zum Tanz zu holen.

Hintergrund

Die Maschkera-Tradition der Alpenwelt Karwendel stammt aus vorchristlicher Zeit. Das Ende der Rauhnächte am Dreikönigstag steht für den Wendepunkt, ab dem die Natur allmählich wieder erwacht. Das Maschkera-Treiben sucht, Schwermut und Dunkelheit des Winters zu vertreiben, und schürt die Vorfreude auf den Frühling und mehr Licht.

Hier sind alle Veranstaltungen zum Fasching in der Alpenwelt Karwendel
Mehr Infos samt Flyer zur Sonderausstellung im Geigenbaumuseum, Pressekontakt Museumsleiterin Dr. Constanze Werner: 0171 230 2530
Co-Kurator Dirk Eckert hat das Buch „"Die Werdenfelser Fasnacht und ihre Larven“ im Volk Verlag publiziert.

Kontakt:
Alpenwelt Karwendel Tourismus GmbH, Mittenwald, Tel. 08823 / 33 9 81,
E-Mail: info@alpenwelt-karwendel.de – www.alpenwelt-karwendel.de

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