Stradivaris aus Bayern

Wolfgang A. Mozart und David Garrett spielten Mittenwalder Geigen. Die Violinen sind weltweit ebenso begehrt wie Ausbildungsplätze an der Fachschule für Instrumentenbau. Um 1700 brachte Mathias Kloz das Handwerk aus Italien mit in seine Heimat in Bayern. Heute erlebt man in Mittenwald musikalische Tradition rund ums Jahr: bei Geigenbaumeistern, im Museum, bei Konzerten in Schloss Elmau, beim Mittenwalder Musiksommer oder in der Fußgängerzone.

Über 300 Jahre Geigenbautradition in Mittenwald

Seit dem 17. Jahrhundert pflegt man die Geigenbautradition in Mittenwald. Mathias Kloz, ihr Begründer, baute nicht nur Geigen, sondern er bildete auch seine Söhne und andere Mittenwalder aus. 1684 brachte der Mittenwalder Mathias Kloz den damals neuen Cremoneser Geigenbaustil aus Italien mit in seine Heimat in Bayern.
Dadurch etablierte sich das Handwerk und Mittenwald wurde zu einem der bedeutendsten Geigenbauzentren in Europa. Der Handel mit Geigen brachte Wohlstand in das Dorf. Davon zeugen heute noch Lüftlmalereien auf den Fassaden manch alter Häuser im Ortskern des höchstgelegenen Luftkurorts der Bayerischen Alpen.

Matthias Klotz junior arbeitet heute in achter Generation als Geigenbaumeister bei einem der renommiertesten Kontrabassbauer Europas - in Mittenwald.
1858 wurde auf Vorschlag von König Max II. die Geigenbauschule gegründet. Heute zieht die Ausbildung Schüler aus der ganzen Welt nach Mittenwald. Über 2000 Instrumentenbauer hat die Berufsfachschule bisher hervorgebracht. 2009 wurde um die Metallblas-Sparte und einen Musikfachhändler-Lehrgang erweitert. Derzeit unterrichten 27 LehrerInnen insgesamt 160 SchülerInnen. Seit 2013 können auch Holzblas-Instrumentenbauer ihr Handwerk in Mittenwald lernen.

Geigenbaumuseum in Mittenwald

Das 1930 gegründete Geigenbaumuseum führt in die Welt des Streich- und Zupfinstrumentenbaus ein. Instrumente von Mathias Kloz und seinen Söhnen sind das Highlight der großen Sammlung. Historische Filme, Hörbeispiele oder Riechproben machen den Besuch abwechslungsreich. Zu sehen ist auch das um 1750 entwickelte "Kloz-Modell", das zwischen den Vorbildern der Cremoneser Werkstatt Amati und der des Tirolers Jacob Stainer steht. In der Schauwerkstatt aus dem 19. Jahrhundert kann man erleben, wie auch heute noch Geigen gebaut werden.

„Vielsaitig“ und klangvoll ist auch das Programm des „Mittenwalder Musiksommers“, Seit 2009 erklingen jedes Jahr zwischen Mai und Oktober viele Konzerte und mehr feine Töne im Isartal. Der Mix aus Bergnatur, Musik und historischen Gebäuden wird dabei zum Kulturgenuss. Musiker aus Nah und Fern geben klassische Messen, Orgel- und Orchesterwerke sowie Kammermusik aus verschiedenen Epochen zum Besten. Im nahen Schloss Elmau bei Krün gastieren das ganze Jahr über Weltgrößen aus Klassik und Jazz.

Geigenbau in Mittenwald

Heute arbeitet noch ein knappes Dutzend Geigenbaumeister in Mittenwald und liefert seine Werke in alle Welt. Einer davon ist Anton Sprenger: „Es ist weltweit einmalig, dass wir dieser Tradition hier seit fast 330 Jahren treu bleiben", sagt er
selbstbewusst. Die Arbeit der Geigenbauer hat sich seit der Zeit der großen Meister kaum verändert. Sie erfordert keinen Strom und Maschinen, sondern vor allem Fingerspitzengefühl und Zeit. Meister Anton Maller bestätigt: „Um die 200 Stunden brauch‘ ich für eine Geige. Das verlangt viel Gefühl und enorme Genauigkeit.“ In der Regel hobelt man allein einen Tag an der Decke. Die Lacke stellen manche Meister aus geschmolzenem Harz wie Bernstein und Leinöl selbst her und tragen bis zu acht Schichten auf. Das allein kann ein halbes Jahr dauern.

Doch Handarbeit und Geduld lohnen sich, „Mittenwalderinnen“ sind weltweit sehr begehrt. Meister Rainer Leonhardt kann ein Lied davon singen. 2012 erhielt sein Betrieb den Exportpreis Bayern "für seine Innovationsfreude, die Art der Kundenbetreuung und für ein herausragendes Einzelgeschäft mit Oman", wie die Deutsche Handwerks-Zeitung berichtet.

2018 konkurrieren die führenden Streichinstrument- und Bogenbauer der Welt wieder in Mittenwald, beim internationalen Geigenbauwettbewerb. Dabei nehmen etwa 200 Instrumentenbauer aus rund 30 Ländern teil, von Bayern bis Südkorea. Eine internationale Jury entscheidet, wer die besten Geigen, Bratschen, Celli und Bogen gebaut hat. Die Auszeichnungen sind in der Branche höchst begehrt.

Auch wenn David Garrett bereits als Kind auf einer Mittenwalderin gespielt hat, die erste Geige spielen in Mittenwald die Urlauber. Schließlich liegt der Ort vor beeindruckender Gebirgskulisse in der Alpenwelt Karwendel, einer der beliebtesten Wander-, Bike- und Langlaufregionen Deutschlands rund 100 Kilometer südlich von München.

Links zum Thema Geigenbau:

Kontakt:
Alpenwelt Karwendel Mittenwald Krün Wallgau Tourismus GmbH, Postfach 248, D-82477 Mittenwald, Tel. +49-8823-33 981, E-mail: info@alpenwelt-karwendel.de, Internet: www.alpenwelt-karwendel.de

Links zu aktiven Geigenbaumeistern in Mittenwald:

Leonhardt, Rainer
Maller, Anton
Bassgeigen Pöllmann-Krahmer
Sprenger, Anton
Wörnle, Thomas

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Medien-Kontakt für Interviewpartner, Fotos in hoher Auflösung und bei weiteren Fragen: Andrea Schmölzer von peak pr, Tel: +49-8151-773 773, E-mail: schmoelzer@peak-pr.de

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Geigenbaumuseum vitrinen, © w. Pfisterer Geigenbaumuseum vitrinen
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Werkstatt im Geigenbaumuseum Mittenwald, © Wolfgang Pfisterer Geigenbaumuseum Werkstatt
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Urlaub im Geigenbauort Mittenwald, © Hubert Hornsteiner Geigenbaum
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