Ortsgeschichte

Der Ortsname Krün...

...lässt sich erstmals 1294 nachweisen

Wenngleich es einige Hinweise für eine frühere Besiedelung im Bereich des Oberen Isartales gibt, haben wir den ersten schriftlichen Beweis in einer Stiftungsurkunde aus dem Jahr 763, aufgrund der bei der Kirche „In der Einsamkeit des Scharnitzer Waldes“ ein Kloster gegründet wurde, das in unserem Ortsteil Klais errichtet wurde. Dieses Kloster wurde nicht sehr alt, es ist niedergebrannt. Aber die Kirche dürfte den Durchreisenden (Pilgern) und den damaligen Bewohnern der weiteren Umgebung erhalten geblieben und benutzt worden sein. Wir gehen davon aus, dass sie erst nach dem Bau der Kirche von Mittenwald verfallen ist.
1255 wird erstmals eine Schwaige in „Chlos“ (Klais) genannt, die wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet worden war.

Der Ortsname Krün lässt sich erstmals 1294 nachweisen. Laut einem Verzeichnis der Besitzungen und Einkünfte des Klosters Benediktbeuern hatten die Grunduntertanen, welche auf den zwei Schwaigen saßen, jeweils 500 Käse und 1 Schlauch (Krug) Wein an das Kloster abzuliefern. Im Jahr 1491 musste das Kloster Benediktbeuern aus Geldnot seine Schwaigen in Krün und Wallgau verkaufen, danach hatten die damals 4 Krüner Bauern ihre Abgaben an den Fürstbischof von Freising zu entrichten.

Im Jahr 1395 finden wir eine Kaufurkunde für die Schwaigen Elmau (das war damals ein Bauernhof, das Schloß Elmau wurde erst 1916 gebaut) und Gerold (Gerold wurde damals noch Pfaffenweng genannt). Wir wissen nicht, wo die beiden Schwaigen in Kranzbach und am Hirzeneck standen, die in dieser Kaufurkunde ebenfalls aufgeführt sind, können jedoch davon ausgehen, dass die Schwaige in Kranzbach in dem Bereich stand, wo Anfang des 20. Jahrhunderts Schloß Kranzbach errichtet wurde.

Prähistorische Pfahlbauten konnten nicht nachgewiesen werden

Die Vermutung, am südlichen Ufer des Barmsees prähistorische Pfahlbauten nachweisen zu können hat sich nicht bestätigt. Eine Untersuchung dort vorhandener Pfahlreste nach neuen wissenschaftlichen Methoden hat ein solch hohes Alter des Holzes nicht bestätigt.

Der Bereich um den Barmsee ist 763 als Dotierung des Klosters Scharnitz (siehe oben unter Klais) aufgeführt, jedoch ist daraus kein Rückschluss auf eine Bebauung zu ziehen, vielmehr können die Mönche auch von Klais aus zum Barmsee gegangen (oder auf dem Kranzbach gefahren) sein, um den Fischreichtum des Sees (Barben) zu geniessen. Anfang des 16. Jahrhunderts ist eine Bebauung eindeutig nachzuweisen, als das Leibgeding verkauft wird und vom neuen Besitzer berichtet wird, dass er einen Fischer beschäftigt, der viel Vieh hält.

Man lebte ausschließlich von der Land- und Forstwirtschaft

Die frühen Bewohner unserer Gemeinde haben ausschließlich von der Land- und Forstwirtschaft gelebt. Schon die Ablieferungsmenge der Krüner Klosteruntertanen lässt darauf schließen, dass es sich bei den genannten Schwaigen (Bauernhöfe mit Viehwirtschaft, Herstellung von Käse etc.) um relativ große Anwesen handeln musste. Überraschend ist, dass 1294 dem Kloster Wein geliefert werden musste. Nach der Überlieferung konnte im Norden von Wallgau Wein geerntet worden sein, die klimatischen Verhältnisse waren offenbar damals anders und es wurden keine hohen Ansprüche gestellt. Die Krüner Untertanen des Klosters Benediktbeuern waren aber auch verpflichtet, auf Flössen Wein für das Kloster von Mittenwald aus zu transportieren. Es wäre denkbar, dass sie als Fuhrlohn Naturalien, z.B. Wein, bekamen und einen Teil davon dem zu geben hatten, aus dessen Wald das Floßholz kam.

Die Nutzung des Waldes, also Holzverkauf, war zu allen Zeiten lebensnotwendig für unsere Bewohner, weil sie aufgrund der Boden- und Klimaverhältnisse von Vieh- und Wiesenwirtschaft allein keinesfalls leben hätten können. In Elmau bestand schon sehr früh ein Sägewerk, hauptsächlich für das aus dem Wettersteingebiet gemachte Holz. Ebenso in Krün eine 3-Gänge-Mahl- und Sägemühle und nach dem Bahnbau für kurze Zeit auch in Klais. Aber der Abtransport des Holzes aus dem Wald erfolgte überwiegend mit Ochsengespannen, evt. mit Holztrift und dann auch mit dem Floß.

Auch die Krüner Gastlichkeit hat Geschichte

Schon 1669 wird in Klais, an der schon in frühester Zeit viel benutzten Strasse (ein kurzer Abschnitt der Römerstraße ist hier noch deutlich zu sehen) dem Besitzer des damaligen „Claishofs“ (heute Gasthof Post, Klais) die Erlaubnis erteilt, Verpflegung anbieten zu dürfen. Hier ein kurzer Auszug: "...nach Gefallen die Württschaft mit Wein, Prodt und andern, wie es dann zu Mittenwald oder Partenkirchen gebräuchig, dreiben möge."

Anfang des 18. Jahrhunderts betreibt Christoph Krüner in Krün eine Wirtschaft, heute Gasthof Post und ab 1872 gibt es in Krün noch eine weitere Bierwirtschaft, heute Gasthof Schöttlkarspitz. Bereits im Jahr 1880 wird am Barmsee ein Hotel eröffnet zur Aufnahme von Touristen und Sommerfrischlern mit moderner Ausstattung, Kegelbahn und vielem mehr. An den schönsten Punkten des Barmseeufers werden Ruhesitze, Pavillons, Teiche, Schiff- und Badehütten angebracht.

1905 wird in Barmsee eine weitere Sommerwirtschaft genehmigt, heute Alpengasthof Barmsee, nachfolgend eine Erschliessung des Grubsees als Badeanstalt. Die Vorzüge unserer Landschaft haben dann weitere besondere Bauten herausgefordert, wenn wir an den Bau von Schloß Elmau (siehe oben) und Das Kranzbach denken und wissen, dass in allen Krüner Ortsteilen in den Folgejahren viele gut geführte und ausgestattete Vermietungs- und Gastronomiebetriebe enstanden sind. Aus einem früheren RAD-Lager wurde ein vorbildlicher Campingplatz entwickelt.

Die Gemeinde hat in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts einen "Weiher" (gehört heute in etwas abgeänderter Form zum Hotel-Pension Zum Bad) angelegt, wo reger Badebetrieb herrschte. Auf einer über die Wasserfläche gebauten Bühne wurden Tanz- und Brauchtumsveranstaltungen aufgeführt.

Derartige Veranstaltungen wurden kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Krün als Freiluftveranstaltungen durchgeführt, ehe sie dann in die Säle der vorhandenen Gaststätten verlegt wurden.

von Josef Zahler
Altbürgermeister von Krün

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